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Ein Wochenende in Hamburg – mein erstes Mal in der wunderschönen Hansestadt

Warum ich noch nie in Hamburg war, es anfangs total schrecklich fand aber auf jeden Fall zurückkommen werde. Über Vorurteile und das Gefühl frei zu sein.

 

Mein erstes Mal

Ja, ich war wirklich noch nie in Hamburg. Ich war im Freizeitpark Soltau und habe eine Nacht in Hamburg geschlafen, aber das zählt nicht. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gar keine Lust nach Hamburg zu fahren, weil ich ein Bild im Kopf hatte, was mir nicht gefallen hat. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt und kann verstehe, warum es so einige Schulfreunde von damals in die schöne Hansestadt getrieben hat.

 

Anfahrt

Von Berlin kann man natürlich super mit dem Auto fahren. Wir haben ca. 3-4 Stunden gebraucht. Wenn man kein Auto hat oder ohne kommen möchte kann man auch sehr gut und total günstig mit Fernbussen von Berlin nach Hamburg fahren.

 

Der Erste Eindruck

…war nicht so positiv. Wahrscheinlich auch, weil ich sowieso nicht mehr erwartet hatte. St. Georg war mir irgendwie zu laut, die Personen die um 17 Uhr nachmittags aus der Kneipe nebenan kamen machten mir Angst und den Hauptbahnhof fand ich dreckig. Dann haben wir uns auf den Weg gemacht, waren in einem zauberhaften Restaurant an der Binnenalster, sind durch die wunderschön beleuchtete Speicherstadt gelaufen und hatten ein tolles Gespräch mit einem Mitarbeiter des Eisbrecher Schiffes Stettin. Es stimmt also, dass es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt. Aber viel mehr, als der erste Eindruck, zählt es doch hinter die Fassade zu schauen. Zweite Chancen lohnen sich fast immer, so auf jeden Fall hier – für mich.

 

Hotel

Wir haben im „Novum Hotel Eleazar City Center“ in St. Georg übernachtet. Das Hotel war okay. Keine unbedingte Empfehlung, aber es hatte eine Tiefgarage, war fast gegenüber vom Hauptbahnhof und der Filterkaffee zum Frühstück war stark und heiß. Nachts war es zwar extrem laut, da unser Zimmer zur Straße lag und sich Jugendliche vor dem Hotel und den 4-5 umliegenden Kneipen lauf gestritten haben – aber dadurch auch total unterhaltsam. Ich finde, wenn man sowieso nur ein Wochenende in einer Stadt ist, sollte man vor allem Wert auf die Lage legen, um nicht Stunden mit Fahrtwegen zu verbringen.

 

Die Reeperbahn

„Erwarte nichts, dann wirst du nicht enttäuscht“. Im Ernst, war ich am falschen Ort?! Das soll die berühmt-berüchtigte Reeperbahn gewesen sein? Ich habe mehr erwartet und bin enttäuscht. Erwartungen: Getunte Autos, Harley-Davidson, Rocker und „leichte Frauen“, laute Musik, Bier und Schnaps. Realität: Pärchen die Cocktails trinken, Musik aus den Top 100, Prostituierte die aussehen wie das Mädchen von nebenan und eine Shishabar. Das einzige coole: Der St Pauli Fan Shop und die lustigste und konsequenteste Verkäuferin, die uns den Bügel des St. Pauli Fan-Shirts nicht mal für 20 Euro verkaufen wollte. <3 Und der 0-8-15 Sexshop, der es auch nicht mehr retten konnte.

 

Kaffee & Kuchen in der Kaffeerösterei

In coolem, aber ziemlich edlen Lagerhallen-Flair liegt die Kaffeerösterei im Herzen von Hamburg; in der Speicherstadt. Umgeben von wunderschönen alten Backsteinhäusern, die oft als Läden dem Verkauf von Teppichen dienen, muss man eigentlich nur dem Duft nach frisch geröstetem Kaffee folgen. Man kann dort auch richtig guten fair-trade Kaffee und vieles mehr kaufen. Und natürlich auch eine Kaffeepause vor Ort machen und leckeren Kuchen essen.

               

 

Elbphilharmonie

Mit meinen 1,63 m bin ich sowieso ziemlich klein, jedoch fühlte ich mich neben der Elbphilharmonie wie ich Strich in der Landschaft. Ich war so beeindruckt. Von weitem sah die Philharmonie zwar groß aus, jedoch ist das kein Vergleich, wie überwältigend das Gebäude vom Nahem ist. Wenn ihr die Zeit habt, würde ich euch raten auf jeden Fall auch reinzugehen. Man fährt dann mit langen Rolltreppen ganz nach oben und hat von der Aussichtsplattform, die übrigens offen ist, einen wunderbaren Ausblick über die ganze Stadt. 100%-ige Empfehlung. Mein Tipp: Die Karten online kaufen, dann muss man vor Ort nicht mehr anstehen und warten.

 

 

Der Hamburger „Dom“

Ich liebe Volksfeste, das ist immer eine Kindheitserinnerung für mich. Zuckerwatte, Riesenrad und natürlich Geisterbahn. Leider ist der DOM zurzeit nicht, aber man kann ja dann wiederkommen. 😊

 

Landungsbrücken und Bootfahren

Am Nordrand des Hafens, in St. Pauli, sind die Landungsbrücken eine große Anlegestelle für Schiffe. Dort kann man natürlich auch mehrstündige Touren buchen. Da wir aber nicht so viel Zeit hatten, und ich den Tipp von einer Freundin bekommen hatte, dass man mit den U-Bahn/Busskarten auch öffentliche Boote benutzen kann, habe wir das gemacht. So hatten wir auch einen guten Blick auf das Stage-Theater, wo die Musicals gespielt werden, und den Hafen.

 

Ich komme wieder

Gibt euch das Meer auch das Gefühl der Freiheit? Als mir auf dem Boot der Wind durch die Haare wehte, war es mir peinlich, dass ich solche Vorurteile gegen die sympathischen Hamburger und die schöne Hansestadt hatte. Ich habe tatsächlich keine Frau in Burberrymantel und Hermèstasche mit angebundenem Halstuch gesehen (so stellte ich mir „die Hamburgerin“ vor- strange). Ich habe nette Menschen getroffen und eine Stadt erlebt, die so viel mehr zu bieten hat als Fischbrötchen und König der Löwen.

 

 

Ihr wart bestimmt schon mal dort, wie hat es euch gefallen? Wenn ihr Hamburg-Experten seid, oder ich einfach Pech hatte, oder einen als Berlinerin einfach nichts mehr beeindrucken kann, erzählt mir gerne eure Reeperbahn Erfahrungen. Wie gesagt: ich geben gerne eine zweite Chance 😊